Wie alt ist eigentlich Redentin,
wann wurde es gegründet oder urkundlich erwähnt ?
Bei Redentin handelt es sich um eine alte slawische Siedlung. Mit der Gründung des Klosters Doberan wurde Farpen und weitere Orte vom Fürst Borwin dem Kloster gestiftet. In einer Urkunde aus dem Jahre 1192 soll diese Stiftung und die gestifteten Orte benannt worden sein. Das Original ist jedoch nicht überliefert. Als gesichert gilt, dass Farpen im Jahre 1209 zum Kloster gehörte, da es in einer Schutzurkunde vom Papst Innozenz III direkt benannt wird. In der gleichen Urkunde wird Redentin als ein Ort in der Nähe von Farpen benannt. Redentin selbst wurde von Hanenzagel an das Kloster Doberan gestiftet. Noch heute findet sich im Doberaner Münster eine Tafel, die von dieser Stiftung zeugt. Auf dieser ist zu lesen:
Die Bucht von Wismar ist sicher seit alters her besidelt, jedoch sind hier keine als Stadt verständliche Ansiedlungen überliefert.
So war z.B. das Reric (Rerik) der Wikinger als alter Handelsplat im Jahr 808 vom Dänenkönig Göttrik zerstört worden. Neuere archäologische Forschungen bewiesen die Existenz einer Ansiedlung an der Mecklenburger Bucht in Höhe des heutigen Ortes Gross Strömkendorf, die mit dem historischen Reric identisch sein dürfte. Reric war ein bedeutender Fernhandelsplatz der Wickinger, dessen Rolle nach der Zerstörung von Haithabu übernommen wurde, das sich ebenfalls an der nördlichen Mecklenburger Bucht lag.
Ungefähre Lage des Reric der Wickinger
(Weiss umrandet: Das wahrscheinliche Siedlungsgebiet mit dem historischen Hafen.)
Kleine Anmerkung: Das heute als Rerik bekannte Ostseebad wurde erst am 1. April 1938 aus dem alten Namen Alt Gaarz in Rerik umbenannt.
Bewiesen erstmalig tritt der Name Wismar im Jahre 1229 auf, als Fürst Johann, der seinen Sitz auf der Burg Mecklenburg hatte, den Bürgern ein Stück Land zwischen dem späteren St. Jacobs-Hospital und Wendorf überlässt. Zu dieser Zeit war die Stadt schon kräftig am Wachsen, was darauf hindeutet, dass sie noch einige Jahre älter ist. Erhaltene Aufzeichnungen und das Stadtbuch aus dem 13. Jahrhundert weisen darauf hin, dass die Besiedlung mit Einwanderern aus der Mark Brandenburg, Niedersachsen, Westfalen und Holstein erfolgte.